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ChatGPT oder Claude einrichten: Das Setup für Selbstständige

ChatGPT oder Claude einrichten: Projekt anlegen, Anweisungen schreiben, Schreibstil festlegen. Das Setup für Selbstständige, Schritt für Schritt.

Albert Schulz

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Claude Setup Guide

Richte Claude so ein, dass er deinen Kontext kennt und nicht bei jeder Anfrage bei null anfängt.

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Dein Chatbot kennt dich nicht. Jeden Morgen derselbe Ablauf: Wer du bist, was du verkaufst, wie du klingst, was bloß nie im Text stehen darf. Das nervt. Es geht auch anders. ChatGPT oder Claude einrichten ist keine Technikaufgabe. Es ist eine Schreibaufgabe, die du einmal erledigst. Du brauchst ein Projekt, ein paar Anweisungen und einen festgelegten Schreibstil.
Projekte gibt es in beiden Tools schon im kostenlosen Tarif. Rechne für den Anfang mit einem Nachmittag (meine Schätzung). Stand: November 2026.

Was ist ein Projekt in ChatGPT und Claude?

Ein Projekt ist ein eigener Arbeitsraum in ChatGPT oder Claude. Er bündelt Chats, Referenzdateien und Anweisungen für ein laufendes Vorhaben, etwa deinen Blog oder dein Angebot. Die Anweisungen gelten für alle Chats im Projekt. So musst du Rolle, Zielgruppe und Tonfall nicht in jedem Gespräch neu eintippen.
ChatGPT packt in ein Projekt Chats, Dateien und Anweisungen, dazu Verknüpfungen zu Google Drive oder Slack. Die Projektanweisungen gelten nur dort und schlagen deine allgemeinen Anweisungen (OpenAI Help Center, abgerufen November 2026).
Claude trennt sauber: Projektwissen für Dokumente, Texte und Code, Projektanweisungen für den Rahmen. Wichtig dabei: Zwischen den Chats eines Projekts wandert nur, was im Projektwissen liegt (Claude Help Center, abgerufen November 2026).
Kostenlos hast du Grenzen. ChatGPT erlaubt im Gratis-Tarif 5 Dateien pro Projekt, mit Plus 25, mit Pro 40. Bei Claude sind es kostenlos bis zu fünf Projekte (jeweils laut Help Center, Stand November 2026). Für den Start reicht das locker.

Welches Tool nimmst du: ChatGPT oder Claude?

Das, in dem du ohnehin schon sitzt. Der Aufbau ist in beiden gleich, nur die Menüs heißen anders. Wechseln später? Kostet dich das Kopieren deiner Anweisungen. Mehr nicht.
Meine Meinung: Wer noch gar nichts nutzt, testet beide eine Woche mit demselben Projekt und denselben Anweisungen. Danach weißt du, welche Antworten dir besser gefallen. Das ist Geschmackssache. Ein Ranking gibt es hier nicht.
Zwei Unterschiede sind trotzdem praktisch. In ChatGPT wählst du bei einem neuen Projekt, ob die KI deine gespeicherten Erinnerungen mitliest oder nur das Projekt kennt. Claude hat dafür Stile, mit denen du aus einem eigenen Text einen Schreibstil ableiten lässt. Dazu gleich mehr.

Wie legst du dein erstes Projekt an?

Pro Aufgabenbereich ein Projekt. Ein Projekt „Blog“ kennt deine Leser, ein Projekt „Angebote“ kennt deine Preise. Wirfst du alles in einen Topf, wird die Anleitung lang und die Antwort beliebig. Das ist meine Faustregel, kein Gesetz.
  1. Projekt anlegen und benennen. Bei Claude klickst du dafür oben rechts auf „+ New Project“. Name und Beschreibung sieht Claude übrigens gar nicht. Was die KI wissen soll, gehört in die Anweisungen.
  2. Anweisungen eintragen. Bei Claude heißt der Knopf „Set project instructions“, bei ChatGPT geht es über die Projekteinstellungen im Drei-Punkte-Menü.
  3. Zwei, drei Referenztexte hochladen. Ein Artikel von dir, der gut klingt, plus deine Angebotsbeschreibung.
  4. Testchat starten, mit einer Aufgabe, deren Ergebnis du schon kennst. Dann siehst du sofort, was fehlt.

Was gehört in die Anweisungen?

Fünf Bausteine: Wer du bist und was du anbietest. Für wen du schreibst. Wie du klingst. Was tabu ist. Wie die KI arbeiten soll. OpenAI rät in der Academy, nur Dauerhaftes zu hinterlegen, also Rolle, Tonfall, Ausgabeformat und Leitplanken wie „Frag nach, wenn Angaben unklar sind“. Was nur heute gilt, gehört in den Chat (OpenAI Academy, abgerufen November 2026).
Ausgedachtes Beispiel für eine Karriere-Coachin:
Du hilfst mir bei Texten für meine Website und meinen Newsletter. Ich bin Karriere-Coachin für Ingenieurinnen im DACH-Raum. Meine Leserinnen sind fachlich stark und im Job unzufrieden. Schreib in der Du-Form, klar und ruhig, ohne Ausrufezeichen und ohne Gedankenstriche. Frag nach, wenn Angaben fehlen. Erfinde keine Zahlen und keine Kundengeschichten.
Sechs Sätze. Mehr braucht der Anfang nicht. Meine Einschätzung: Eine Seite ist die Obergrenze. Wird die Anweisung länger, fängt sie an, sich selbst zu widersprechen.
Schreib Verbote konkret. „Kein Marketing-Sprech“ sagt der KI wenig. Zehn Wörter, die du nie benutzt, sagen ihr viel. Und sobald dir im Ergebnis ein Wort auf die Nerven geht, kommt es auf die Liste.

Wie bringst du der KI deinen Schreibstil bei?

Du zeigst ihr eigene Texte und sagst dazu, was daran typisch ist. Bei Claude gibt es dafür Stile. Du öffnest „Use style“, wählst „Create & edit styles“ und dann „Create custom style“. Dort lädst du einen Beispieltext hoch (PDF, DOC oder TXT) oder beschreibst den Stil mit eigenen Worten (Claude Help Center, abgerufen November 2026). Ob dein Tarif Stile enthält, steht dort nicht. Schau im Menü nach.
In ChatGPT geht es über das Projekt. Drei bis fünf eigene Texte als Dateien. In den Anweisungen steht, was daran typisch ist: Satzlänge, Anrede, Lieblingswörter, No-Gos. Die Zahl drei bis fünf ist meine Empfehlung. Das Tool schreibt sie nicht vor.
Ein festgelegter Stil macht aus KI-Text übrigens noch keinen Text von dir. Was zusätzlich hilft, habe ich in KI-Text menschlich klingen lassen gemessen: eigenes Rohmaterial, eine klare Haltung im Einstieg, Sätze unterschiedlicher Länge.

Was solltest du nicht ins Projekt legen?

Keine Passwörter, keine Zugangsdaten, keine Kundendaten, die du nicht weitergeben darfst. Fälle anonymisierst du vorher. Ein Projekt liegt bei einem Anbieter. Du solltest wissen, was der damit macht.
Zu ChatGPT zwei Dinge, die ich geprüft habe. Geteilte Projekte laufen automatisch im Modus „nur Projekt“, das lässt sich nicht zurücknehmen. Und Daten aus geteilten Projekten fließen nur ins Training, wenn alle Beteiligten „Improve the model for everyone“ eingeschaltet haben (OpenAI Help Center, abgerufen November 2026). Für Claude habe ich keine vergleichbare Angabe geprüft.
Schau in beiden Tools in die Datenschutzeinstellungen deines Kontos, bevor Kundenmaterial hochgeladen wird. Das ist keine Rechtsberatung. Bei Verträgen und Datenschutzfragen holst du dir fachkundigen Rat.

Was kannst du heute tun?

  1. Wähle ein Tool und einen Aufgabenbereich, zum Beispiel deinen Blog oder deinen Newsletter.
  2. Leg das Projekt an. Schreib die Anweisungen in den fünf Bausteinen auf, eine Seite.
  3. Lade zwei Texte hoch, die nach dir klingen. Hast du keine? Sprich eine Sprachnotiz ein und lass sie transkribieren.
  4. Gib der KI eine Aufgabe, die du schon mal selbst gelöst hast. Leg beide Ergebnisse nebeneinander.
  5. Notier, was nicht passt, und ergänze genau diese Zeilen. In zwei Wochen noch mal.

Mein Take

Alle reden über Prompts, kaum einer über das Setup. Ich halte das für falsch herum. Meine Meinung: Eine gute Projektanweisung bringt dir mehr als der zehnte Prompt-Trick, weil sie bei jeder Aufgabe mitläuft.
Gleichzeitig nimmt dir das beste Setup das Denken nicht ab. Die KI kennt danach deinen Ton, aber weder deine Kunden noch deine Haltung zu einem Thema. Die bringst du mit. Wo KI im Business hilft und wo nicht, ordne ich im Überblick KI im Online-Business ein.

Häufige Fragen

Muss ich für Projekte bezahlen?

Nein. Projekte gibt es in ChatGPT und in Claude auch im kostenlosen Tarif. Die Grenzen sind enger: in ChatGPT 5 Dateien pro Projekt, in Claude fünf Projekte. Stößt du daran, kannst du immer noch upgraden.

Kann ich dieselben Anweisungen in beiden Tools nutzen?

Ja, der Text lässt sich kopieren. Mach danach einen Testchat. Kleine Anpassungen können nötig sein.

Nennt ChatGPT mich dann auch anderen Nutzern?

Nein. Das Setup wirkt nur in deinen eigenen Chats. Ob KI-Systeme dich bei den Fragen anderer Menschen nennen, prüfst du mit dem Vorgehen aus KI-Sichtbarkeit prüfen.

Wie oft sollte ich die Anweisungen überarbeiten?

Meine Faustregel: Nach zwei bis vier Wochen einmal komplett lesen. Fällt dir derselbe Fehler dreimal auf, kommt eine Zeile dagegen. Streich außerdem, was die KI ohnehin richtig macht.

Quellen

Weitere kostenlose Ressourcen