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KI-Sichtbarkeit prüfen: So testest du selbst, ob KI dich nennt

KI-Sichtbarkeit prüfen: Mit 5 Fragen und 3 Plattformen testest du selbst, ob ChatGPT, Perplexity und Google dich nennen. Mit Quote statt Platz.

Albert Schulz

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Ehrliche Antwort vorab: KI-Sichtbarkeit prüfen kostet dich eine Stunde und keinen Cent. Stell fünf echte Kundenfragen an ChatGPT, Perplexity und den Google KI-Modus, jede dreimal. Zähl, in wie vielen der 45 Antworten dein Name fällt. Das ist deine Quote.
Einmal fragen und sich über Platz 2 freuen? Bringt nichts. Dieselbe Frage liefert beim nächsten Mal eine andere Liste.
Unten steht der Ablauf, dazu ein kostenloser Checker und zwei Auswertungen von Google. Stand: November 2026.

Was ist KI-Sichtbarkeit?

KI-Sichtbarkeit ist der Anteil der Antworten auf deine Kundenfragen, in denen eine KI dich nennt oder verlinkt. Gemessen wird über mehrere Fragen, Plattformen und Durchläufe. Du bekommst eine Stichprobe, keine exakte Zahl. Spannender als die Quote selbst: wer statt dir genannt wird.
Zwei Begriffe musst du trennen. Genannt werden heißt: Dein Name oder deine Marke steht in der Antwort. Verlinkt werden heißt: Die KI zeigt deine Seite als Quelle. Du notierst beides getrennt.

Warum reicht ein einzelner Check nicht?

Weil KI-Antworten sich nicht wiederholen. SparkToro hat das zusammen mit dem Tool-Anbieter Gumshoe gemessen. Die Forscher stellten 2.961 Prompts an ChatGPT, Claude und Googles KI-Antworten (AI Overviews, ersatzweise AI Mode). Zwölf Bitten um Markenempfehlungen liefen je 60- bis 100-mal pro Plattform.
Das Ergebnis: Dieselbe Markenliste bekommst du bei einer Wiederholung mit einer Chance von unter 1 zu 100. Dieselbe Liste in derselben Reihenfolge kam in weniger als 0,1 Prozent der Läufe vor.
Die Platzierung springt also. Die Sichtbarkeit schwankt weniger.
142 Leute schrieben Kopfhörer-Prompts in eigenen Worten, die sich kaum ähnelten. Trotzdem tauchten Bose, Sony, Sennheiser und Apple in 55 bis 77 Prozent der 994 Antworten auf. SparkToros Schluss, den ich übernehme: Miss, wie oft eine Marke vorkommt. Nicht, auf welchem Platz.
Zwei Einschränkungen. Gumshoe verkauft selbst Tracking-Software. Außerdem ist die Studie nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet, Methodik und Rohdaten sind aber öffentlich. Ich nehme sie als starken Hinweis, nicht als Naturgesetz.

Wie prüfst du deine KI-Sichtbarkeit selbst?

Mit fünf Fragen, drei Plattformen und je drei Durchläufen. Das ergibt 45 Antworten, also weit weniger als in den Studien. Für eine Richtung reicht es. Rechne mit etwa einer Stunde.
  1. Sammle fünf Fragen. Nimm sie aus echten Kundenmails, Erstgesprächen oder Kommentaren, in den Worten deiner Kunden. Keine Fachbegriffe, die nur du benutzt. Eine der fünf ist die Markenfrage: Wer ist [dein Name] und für wen arbeitet er?
  2. Wähle drei Plattformen. ChatGPT mit Websuche, Perplexity und den Google KI-Modus (AI Mode). Den gibt es in Deutschland seit Oktober 2025.
  3. Starte neue Chats. In ChatGPT nimmst du den temporären Chat. Er greift laut OpenAI nicht auf gespeicherte Erinnerungen zu und erscheint nicht im Verlauf. Eigene Anweisungen gelten dort weiter, wenn du sie aktiviert hast. Schalte sie für die Testreihe aus.
  4. Stell jede Frage dreimal pro Plattform. Am besten verteilt auf zwei oder drei Tage.
  5. Notiere drei Dinge pro Antwort. Wirst du genannt? Wirst du verlinkt? Wer steht stattdessen da?
  6. Rechne die Quote. Antworten mit deiner Nennung geteilt durch alle Antworten, einmal pro Plattform und einmal insgesamt. Ausgedachtes Beispiel: Du wirst in 9 von 45 Antworten genannt. Das sind 20 Prozent.
  7. Lies die Lücken. Öffne die Quellen der Marken, die statt dir genannt wurden. Was steht dort, das auf deiner Seite fehlt? Daraus wird deine nächste Überarbeitung. Wie du Inhalte zitierfähig machst, steht in Von KI zitiert werden.
Achte auf die Quote pro Plattform. Sie kann stark auseinanderliegen, weil die Systeme unterschiedliche Quellen heranziehen. Wer bei Perplexity oft vorkommt, steht bei ChatGPT nicht automatisch ebenfalls drin.

Wie liest du das Ergebnis?

Am Ende hast du eine Quote, ein Gefälle zwischen den Plattformen und eine Liste der Marken, die statt dir auftauchen. Die Liste ist der spannendste Teil.
Ausgedachtes Beispiel: Eine Beraterin für Büroorganisation kommt auf 9 von 45 Antworten, also 20 Prozent. Bei Perplexity steht sie sechsmal drin, bei ChatGPT dreimal, im Google KI-Modus nie. Ein Anbieter von Ordnungssystemen taucht dafür in 24 Antworten auf.
Was lernt sie daraus? Vielleicht findet Perplexity einzelne Seiten von ihr, während Google sie ignoriert. Das ist eine Hypothese, kein Beweis. Aber sie weiß jetzt, wo sie nachsehen muss: Sind ihre Seiten in der Search Console indexiert? Und was steht auf den Seiten, die Google stattdessen zitiert?
Bei deinen eigenen Zahlen hilft dir dieselbe Reihenfolge. Zuerst die Plattform, auf der du ganz fehlst. Dort klärst du, ob deine Seiten überhaupt gefunden werden. Dann die Marken, die statt dir stehen. Öffne ihre Seiten und schau, ob die Antwort in den ersten Sätzen steht, ob Zahlen drinstehen und ob Quellen verlinkt sind. Zuletzt die Frage, bei der du überall fehlst. Oft fehlt dir dann ein eigener Artikel mit einer direkten Antwort.

Reicht ein kostenloser Checker statt Handarbeit?

Für den Einstieg ja, als Ersatz nein. Der KI-Sichtbarkeitsprüfer von Ahrefs kostet nichts und braucht weder Anmeldung noch Kreditkarte. Du gibst deinen Markennamen ein, so wie deine Zielgruppe ihn sagt.
Das Tool zeigt, wie oft deine Marke in Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity, Copilot, Google AI Overviews und dem KI-Modus vorkommt. Dazu kommen Top-Themen und die fünf meistzitierten Domains und Seiten.
Der Haken: Du bekommst eine Momentaufnahme, je fünf Einträge pro Bereich. Eigene Prompts, Verlauf und Wettbewerbsvergleich gibt es laut Ahrefs nur im bezahlten Brand Radar. Der Checker beantwortet also „Komme ich überhaupt vor?“. Deine fünf Kundenfragen beantwortet er nicht.
Bezahlte Tools habe ich nicht verglichen, ein Urteil über einzelne Anbieter gibt es von mir deshalb nicht. Mein Maßstab kommt aus der SparkToro-Studie. Frag den Anbieter nach der Methodik: Wie viele Läufe pro Prompt, wie viele Formulierungen? Rand Fishkin von SparkToro nennt Tools, die eine Ranking-Position in KI ausweisen, im Original „full of baloney“.

Was zeigen dir Search Console und Google Analytics?

Sie zeigen, wer angezeigt wurde und wer geklickt hat. Wer genannt wurde, zeigen sie nicht. Das ergänzt den Test, ersetzt ihn aber nicht.
Wie klein der KI-Anteil am Traffic bei deutschen Websites 2026 noch ist, steht in Von KI zitiert werden. Erwarte keine großen Zahlen.

Was bringt der neue Bericht in der Search Console?

Google hat im Juni 2026 eigene Berichte zur generativen KI-Suche eingeführt, die „Search Generative AI performance reports“. Laut PPC Land, das die Ankündigung zusammenfasst, zeigen sie Impressionen, Seiten, Länder und Zeiträume für AI Overviews, den KI-Modus und Discover.
Klicks stehen nicht in der Aufzählung. Zuerst bekommen den Bericht nur einige Websites. Ob er bei dir schon da ist, siehst du in deiner Search Console.

Wie erkennst du KI-Besuche in Google Analytics 4?

Laut Search Engine Journal hat Google im Mai 2026 einen Standardkanal „AI Assistant“ ergänzt. Er zählt aber zu wenig. Welche Quellen er erkennt, hat Google nicht vollständig veröffentlicht. Perplexity landet weiter bei Referral, Besuche ohne Referrer (etwa aus Apps) bei Direct.
Eine eigene Kanalgruppe schließt die Lücke:
  1. Öffne Admin, dann Datenanzeige, dann Kanalgruppen. Lege dort eine neue Gruppe an.
  2. Füge einen Kanal „KI“ hinzu. Bedingung: Quelle entspricht regulärem Ausdruck. Nimm die Domains chatgpt.com, perplexity.ai, claude.ai, gemini.google.com und copilot.microsoft.com. Zu kurze Muster wie „gpt“ oder „google“ ordnen falsch zu.
  3. Setze den Kanal in der Reihenfolge über Referral und Organic.
  4. Speichere die Gruppe und wähle sie im Akquisitionsbericht als Dimension.
Die Gruppe wirkt laut Search Engine Journal rückwirkend. Sie korrigiert die Zuordnung, nicht die Erfassung. Prüf die Liste einmal im Quartal, weil neue Plattformen dazukommen.

Wie oft solltest du deine KI-Sichtbarkeit prüfen?

Alle acht Wochen reicht. Das ist meine Einschätzung, keine Studie. Antworten schwanken ohnehin. Änderungen an einer Seite brauchen laut Google Tage bis Monate.
Wer jede Woche misst, misst vor allem Rauschen. Halte die Fragen gleich, damit du Messreihen vergleichen kannst. Schreib das Datum zu jeder Reihe.

Was kannst du heute tun?

  1. Schreib fünf Kundenfragen auf, in den Worten deiner Kunden. Zehn Minuten.
  2. Gib deinen Markennamen in den kostenlosen Checker von Ahrefs ein und speichere das Ergebnis mit Datum.
  3. Starte die erste Testreihe bei einer Plattform. Die anderen beiden machst du morgen.

Mein Take

KI-Sichtbarkeit ist eine Kontrollgröße, kein Ziel. Du gewinnst nichts, wenn die Quote steigt und deine Inhalte gleich bleiben. Der Wert des Tests liegt in der Lücke: Du siehst, wer statt dir genannt wird. Dann liest du nach, warum.
Wer dir ein Dashboard mit „Platz 3 in ChatGPT“ verkauft, verkauft dir eine Zahl, die es in der Form kaum gibt. Das ist meine Meinung, gestützt auf die SparkToro-Daten.
Und wenn du heute nur eins machst: Schreib die fünf Fragen auf. Die Liste zeigt dir auch ohne Test, wofür du eigentlich gefunden werden willst.

Häufige Fragen

Wie viele Antworten brauche ich für eine verlässliche Quote?

Eine feste Zahl gibt es nicht. In der SparkToro-Studie liefen die Prompts 60- bis 100-mal pro Plattform, das schaffst du von Hand nicht. Drei Durchläufe pro Frage und Plattform geben dir eine Richtung. Rechne nicht auf den Prozentpunkt genau und vergleiche nur Messreihen mit denselben Fragen.

Verfälscht mein ChatGPT-Konto das Ergebnis?

Es kann. Gespeicherte Erinnerungen fließen in Antworten ein. Ein temporärer Chat greift laut OpenAI nicht darauf zu, eigene Anweisungen gelten dort aber weiter. Schalte sie für die Testreihe aus.

Zählt eine Nennung ohne Link?

Für die Sichtbarkeit ja, für Besuche nein. Notiere beides getrennt. Wer dich in einer Antwort liest, sucht dich vielleicht später direkt. Dieser Besuch taucht dann nicht als KI-Traffic auf.

Brauche ich ein bezahltes Tool?

Für den Anfang nicht. Starte mit dem Test und dem kostenlosen Checker. Ein bezahltes Tool lohnt, wenn du viele Marken oder Themen beobachtest. Frag dann nach der Methodik und nach der Zahl der Läufe pro Prompt.

Quellen

Weitere kostenlose Ressourcen