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Wie oft bloggen? Der Takt, den Selbstständige durchhalten

Wie oft bloggen? Für Selbstständige reichen zwei gute Artikel im Monat als Start. Was Google sagt, was Studien zeigen und wie du deinen Takt findest.

Albert Schulz

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Zwei gute Artikel im Monat. Das ist meine Antwort auf die Frage, wie oft bloggen sich für Selbstständige lohnt. Als Untergrenze. Einer pro Woche ist stärker, falls du ihn ein Jahr lang durchhältst. Täglich brauchst du nicht.
Eine offizielle Zahl gibt es nicht, Google nennt keine. Die 9 oder 16 Artikel pro Monat aus den Studien stammen meist von Firmen mit Marketing-Budget. Du hast dich und einen vollen Kalender.
Also wird aus der Frage eine Rechenaufgabe. Stand: November 2026.

Wie oft solltest du bloggen?

Die Blog-Frequenz ist die Zahl der Artikel, die du in einem festen Zeitraum veröffentlichst. Für Selbstständige zählt nicht der höchste Wert, sondern der höchste Wert, den du zwölf Monate lang in guter Qualität hältst. Als Richtwert taugen zwei Artikel im Monat, mit Zeit und genug Themen einer pro Woche.
// takt und aufwandDein Takt in Stunden pro Jahr
  • Ein Artikel im Monat

    40 Stunden im Jahr

    • Unter zwei Artikeln im Monat wird es dünn
  • Zwei im Monat

    80 Stunden im Jahr, rund eineinhalb pro Woche

    • Meine Untergrenze für Selbstständige
    • Passt bei vier bis acht freien Stunden im Monat
  • Einer pro Woche

    Rund 173 Stunden im Jahr, mehr als drei pro Woche

    • Passt bei etwa 15 freien Stunden im Monat
    • Jeder dritte davon eine Überarbeitung
  • Einer pro Werktag

    Rund 867 Stunden im Jahr, fast 22 Vollzeitwochen

    • Täglich brauchst du nicht

Stunden: meine Rechnung aus 3 Stunden 20 Minuten pro Beitrag laut Orbit Media (2026), nur Schreiben, ohne Verbreitung.

Der Richtwert ist meine Faustregel, kein Gesetz. Er kommt aus drei Überlegungen: Google belohnt Takt allein nicht. Umfragen warnen vor „monatlich oder seltener“. Und ein Artikel frisst mehr Zeit, als du denkst. Schauen wir uns alle drei an.

Ist die Häufigkeit ein Ranking-Faktor bei Google?

Nein. John Mueller von Google hat das mehrfach gesagt. 2018 schrieb er auf die Frage, ob häufigeres Veröffentlichen beim Ranking hilft: „Nope. A site isn't a machine that pumps out content at a fixed rate.“ 2022 legte er nach: „No, more content definitely does not mean more traffic.“
Umgekehrt ist viel auch nicht verboten. 2023 stellte er klar, die Häufigkeit allein mache noch keinen Spam. Täglich sei in Ordnung, wenn du täglich Neues und Relevantes hast. Hast du das nicht, sollst du es nicht erzwingen.
Das sind Aussagen aus sozialen Netzwerken, keine Doku.
In der offiziellen Google-Anleitung zu hilfreichen Inhalten stehen dafür zwei Warnsignale, die dich direkt betreffen: viel Inhalt zu vielen Themen, in der Hoffnung, dass irgendwas davon läuft. Und Daten ändern oder Massen an neuem Text einstellen, nur um frisch zu wirken. Bringt das was? Googles Antwort in Klammern: „No, it won't.“

Was zeigen Studien zur Blog-Frequenz?

Mehr Artikel gehen oft mit besseren Ergebnissen einher. Beweisen tut das wenig. Du siehst nämlich meist Firmen, die sich mehr Output leisten können (meine Lesart).
  • Orbit Media (2026, 1.042 Content-Marketer): Wer monatlich oder seltener veröffentlicht, gehört zu den Mustern, die mit schwachen Ergebnissen zusammenhängen. Der Anteil mit zwei bis sechs Artikeln pro Woche fiel von 28 Prozent (2014) auf 12 Prozent (2022).
  • Orbit Media (2025, 808 Befragte, Bericht bei MarketingProfs): 39 Prozent veröffentlichen mindestens wöchentlich.
  • HubSpot (PDF ohne Jahresangabe, 4.000 Kunden): Bei 16 bis 20 Beiträgen im Monat mehr als doppelt so viel Traffic wie unter vier.
  • Stratabeat (2025, B2B-Software): Ab neun Beiträgen im Monat 20,1 Prozent mehr organischer Traffic, das 3,6-Fache von ein bis vier Beiträgen. Stichprobe und Zeitraum nennt die Seite nicht.
Lies das mit Vorsicht. Bei Stratabeat steht selbst der Satz: „It's never only about publishing frequency.“ Die Firma verkauft außerdem SEO. Und eine Software-Firma mit Redaktion ist nicht deine Coaching-Praxis.
Was ich daraus mitnehme: Unter zwei Artikel im Monat wird es dünn. Über einem pro Woche kannst du die Zahlen auf dich kaum noch übertragen.

Wie viel Zeit kostet dich welcher Rhythmus?

Mehr, als die meisten einplanen. Laut Orbit Media brauchen Content-Marketer 2026 im Schnitt 3 Stunden 20 Minuten für einen Beitrag. Hochgerechnet aufs Jahr (meine Rechnung, nur Schreiben, ohne Verbreitung):
  • Ein Artikel im Monat: 40 Stunden.
  • Zwei im Monat: 80 Stunden.
  • Einer pro Woche: rund 173 Stunden.
  • Einer pro Werktag: rund 867 Stunden. Fast 22 Vollzeitwochen.
Bei 80 Stunden im Jahr geht es um rund eineinhalb Stunden pro Woche. Das passt neben Kundenprojekte. Bei 173 Stunden sind es mehr als drei pro Woche. Auch in der Woche, in der dein größter Kunde brennt.
Darum rate ich, rückwärts zu rechnen. Wie du aus deiner vollsten Woche einen Takt baust, steht in Redaktionsplan erstellen.

Welcher Rhythmus passt zu dir?

Der, den dein schlechtester Monat noch hergibt. Nimm also nicht die Stunden, die du gern hättest, sondern die, die in einer vollen Phase übrig bleiben. Meine Einteilung:
  • Weniger als drei Stunden im Monat: Lass das Bloggen, bis sich das ändert. Bau lieber deine Angebotsseite aus.
  • Vier bis acht Stunden im Monat: Ein bis zwei Artikel. Der Standard für die meisten Berater und Coaches.
  • Etwa 15 Stunden im Monat: Einer pro Woche, davon jeder dritte eine Überarbeitung.
  • Mehr als das: Dann lohnt sich eher mehr Tiefe als mehr Stückzahl. Eigene Zahlen, Fälle, Interviews.
Neuer Blog? Da darf es am Anfang dichter sein. HubSpot rät neuen Blogs zu sechs bis acht Beiträgen im Monat, rund um wenige Themen.
Allerdings steht im selben Text: Für ein kleines Team ohne externe Hilfe werde SEO-Bloggen „an uphill battle“. Mein Vorschlag: Schreib vier bis sechs Kernartikel in den ersten zwei Monaten, dann wechsle in den Dauertakt.
Ausgedachtes Beispiel: Eine Karriere-Coachin hat im Monat sechs freie Stunden. Sie plant zwei Artikel, jeweils am ersten und dritten Dienstag.
Im März mit Vollauslastung erscheint nur einer. Das ist okay, ihre Zahl ist nie null. Hätte sie „jede Woche“ versprochen, wäre der Plan schon im zweiten Monat gerissen.
Themen brauchst du dafür 24 im Jahr. Das klingt nach viel, bis du in dein Postfach schaust. Wie du sie aus Kundenfragen ziehst, zeigt Blogthemen finden.

Zählt ein überarbeiteter Artikel auch?

Ja, wenn du ihn inhaltlich verbesserst. Ich würde ihn sogar voll auf den Takt anrechnen. Nur das Datum zu ändern zählt nicht, das nennt Google ausdrücklich als Warnsignal.
HubSpot empfiehlt das Überarbeiten als aufwandsarme Alternative, gerade bei Beiträgen knapp vor Seite eins. Bei Orbit Media erreichte der Anteil, der ältere Artikel aktualisiert, zwischen 2020 und 2022 einen Höchstwert von 73 Prozent.
Welche Texte infrage kommen, zeigt dir die Google Search Console: Suchanfragen mit vielen Impressionen, aber wenig Klicks. Dort liegt oft mehr als in einem neuen Artikel, so meine Einschätzung.

Kannst du mit KI einfach öfter veröffentlichen?

Technisch ja. Ich würde es nicht zum Plan machen. Die Orbit-Zahlen von 2026 sind da unbequem: Die Zeit pro Beitrag fällt seit vier Jahren.
Nur noch 13,9 Prozent berichten von starken Ergebnissen, der niedrigste Wert der Umfrage. Und wer menschliche Lektoren durch KI ersetzt, landet bei den Mustern mit schwachen Ergebnissen.
Das ist Korrelation, kein Beweis. Trotzdem: Schneller schreiben allein löst das Problem nicht.
KI darf dir den Entwurf verkürzen. Deine Erfahrung, deine Beispiele und dein Urteil bleiben Handarbeit. Wie das klappt, ohne dass es nach Maschine klingt, steht in KI-Text menschlich klingen lassen.
Einen schnelleren Takt rechtfertigt nur eins: Du hast mehr zu sagen. Mueller hat es 2023 so eingegrenzt. Ich sehe das genauso.

Woran merkst du, dass du zu viel veröffentlichst?

An deinen eigenen Texten, lange vor den Zahlen. Vier Warnzeichen, nach meiner Einschätzung:
  • Du würdest den Artikel keinem Kunden schicken.
  • Du wiederholst dich, nur mit neuer Überschrift.
  • Du schreibst zu Themen, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben, weil dir nichts anderes einfällt.
  • Alte Artikel bleiben liegen, obwohl sie Impressionen sammeln.
Zwei davon treffen zu? Halbiere den Takt für drei Monate und steck die Zeit in bessere Texte. Das ist meine Meinung, gemessen habe ich es nicht.

Was kannst du heute tun?

  1. Schau in deinen vollsten Monat des letzten Jahres und zähl die freien Stunden.
  2. Teile sie durch vier. Das ist dein ehrlicher Rahmen für Artikel pro Monat, inklusive Überarbeitung und Verbreitung.
  3. Leg dich auf eine Zahl fest und trag zwei feste Tage im Monat in den Kalender ein.
  4. Schreib zehn Kundenfragen auf. Das reicht für fünf Monate bei zwei Artikeln.
  5. Mach aus jedem dritten Termin einen Pflegetermin für einen alten Text.
  6. Prüf nach sechs Monaten in der Search Console, was zieht. Erst dann ändere den Takt.

Mein Take

Die Frage „Wie oft soll ich bloggen?“ ist meist eine verkleidete andere Frage: „Wie wenig reicht, damit ich mir kein schlechtes Gewissen machen muss?“ Meine Antwort bleibt: zwei gute Artikel im Monat, ein Jahr lang. Das sind 24 Texte, die deinen Kunden konkret helfen.
Das Problem der meisten Selbstständigen ist nicht der falsche Takt. Es ist der abgebrochene. Lieber zwei im Monat bis nächsten November als zwanzig im ersten Monat und dann Funkstille. Ob sich ein Blog für dich überhaupt lohnt, ist die Frage davor.

Häufige Fragen

Wie viele Blogartikel pro Monat sind ideal?

Eine ideale Zahl gibt es nicht, Google nennt keine. Für Selbstständige ohne Team empfehle ich zwei im Monat als Untergrenze und vier als Obergrenze, solange du allein schreibst. Entscheidend ist, dass du den Takt ein Jahr lang hältst.

Schadet es, wenn ich mal einen Monat nichts veröffentliche?

Eine feste Strafe dafür ist mir nicht bekannt. Google hat die Häufigkeit laut Mueller nicht als Ranking-Faktor. Bestehende Artikel arbeiten weiter. Der Schaden entsteht eher bei dir, weil Pausen sich gern verlängern.

Sollte ich immer am selben Wochentag veröffentlichen?

Für Google spielt das nach allem, was ich weiß, keine Rolle. Für dich schon: Ein fester Tag macht aus dem Vorsatz einen Termin. Wähle ihn so, dass er zu deinen Kundenwochen passt.

Ist Bloggen einmal pro Woche zu viel?

Nicht, wenn du rund 15 Stunden im Monat freihast und genug Themen. Fehlt dir eins von beidem, leidet die Qualität. Dann fahr lieber mit zwei Artikeln im Monat.

Quellen

Weitere kostenlose Ressourcen