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Keyword-Recherche kostenlos: Der Weg ohne teure Tools
Keyword-Recherche kostenlos: So findest du in 90 Minuten Themen, die deine Kunden suchen, ohne teures Tool. Vier Schritte für Selbstständige.
// kostenlos dazu
Content-Diagnose
Der Selbst-Check zeigt dir, woran es liegt, wenn dein Content keine Anfragen bringt.
Ein SEO-Abo brauchst du am Anfang nicht. Keyword-Recherche kostenlos heißt: Kundensprache sammeln, Googles Suchvorschläge lesen, die Ergebnisseite anschauen, zwei Begriffe in Google Trends vergleichen. Dauert rund 90 Minuten (meine Schätzung). Danach hast du eine Tabelle mit Themen für die nächsten Monate.
Was du dabei nicht bekommst: eine exakte Zahl pro Keyword. Die vermisst du weniger, als die Tool-Listen da draußen dir einreden. Die Suchtreffer zu dem Thema sind fast nur Vergleiche von zehn, achtzehn Programmen. Du hast aber kein Tool-Problem. Du hast eine Entscheidung zu treffen: Worüber schreibst du als Nächstes? Stand: November 2026.
Was ist Keyword-Recherche?
Keyword-Recherche ist die Suche nach den Wörtern, mit denen deine Wunschkunden ihr Problem bei Google eintippen. Am Ende steht keine Zahlenkolonne, sondern eine Entscheidung: Zu welcher Frage schreibst du eine Seite, in welcher Formulierung und mit welchem Ziel? Das Suchvolumen ist dabei ein Hinweis. Mehr nicht.
Der Name führt ein bisschen in die Irre. Du suchst keine magischen Begriffe, die du dann fünfzigmal in den Text streust. Keyword-Stuffing verstößt sogar gegen Googles Spam-Richtlinien. Es geht ums Zuhören. Wer sucht was, in welchen Worten, an welchem Punkt seines Problems?
Google selbst nennt im SEO-Startleitfaden das Beispiel „charcuterie“ gegen „cheese board“: Beide meinen dasselbe, nur mit unterschiedlich viel Fachwissen. Genau da verlieren Experten ihre Leser. Du schreibst „Positionierung“. Dein Kunde tippt „warum kauft keiner bei mir“.
Warum ist das Suchvolumen für Selbstständige oft egal?
Weil du keine Million Besucher brauchst, sondern die richtigen paar Dutzend. Ausgedachtes Beispiel: Du verkaufst ein Coaching für 3.000 Euro. Da zählt ein passender Leser mehr als tausend zufällige.
Dazu kommt: Niedrige Zahlen sind normal. In der US-Datenbank von Ahrefs haben fast 93 Prozent aller Keywords weniger als zehn Suchen im Monat. Und Google meldete 2019, dass 15 Prozent der täglichen Suchanfragen so noch nie gestellt wurden. Die Lücke zwischen Tool und Wirklichkeit ist also eingebaut.
Bevor du jetzt jubelst: Null ist auch keine Goldgrube. Ahrefs hat an einer kleinen Stichprobe Keywords mit angeblich null Volumen nachgemessen. Die meisten bekamen tatsächlich ein paar Impressionen, unter ein Prozent kam über 100. Ein einzelner Mini-Begriff trägt keinen Artikel. Eine gute Seite sammelt viele davon ein.
Ganz ohne Nachfrage geht es trotzdem nicht. Ahrefs fand 2023 unter rund 14 Milliarden Seiten 96,55 Prozent ohne Google-Traffic. Als ersten Grund nennt die Analyse: Das Thema sucht schlicht niemand. Du musst also nicht wissen, wie viele suchen. Aber dass überhaupt jemand sucht, das musst du wissen.
Wie läuft die kostenlose Keyword-Recherche ab?
In vier Schritten, in genau dieser Reihenfolge. Du startest bei echten Menschen, nicht bei einem Tool. Sonst recherchierst du nur Wörter, die dir sowieso schon einfallen.
Kundensprache sammeln
30 Minuten: Formulierungen aus Mails, Anfragen und Notizen wörtlich kopieren
Suchvorschläge lesen
20 Minuten: jede Formulierung in Google eintippen, Vorschläge abschreiben
Ergebnisseite ansehen
30 Minuten: Suchabsicht, Konkurrenz und Lücke der ersten Treffer einordnen
In Google Trends vergleichen
10 Minuten: Gleichstände klären, Wachstum und Saison prüfen
Zeitangaben sind meine Schätzung.
Schritt 1: Kundensprache sammeln (30 Minuten)
Öffne Mails, Anfragen, Gesprächsnotizen, Bewertungen. Kopier die Formulierungen raus, mit denen Leute ihr Problem beschreiben. Wörtlich, auch wenn es sprachlich wehtut. Wie du diese Fragen systematisch sammelst, steht in Blogthemen finden. Zehn bis fünfzehn Formulierungen reichen fürs Erste.
Schritt 2: Suchvorschläge lesen (20 Minuten)
Tipp jede Formulierung langsam in die Google-Suche und schreib ab, was aufklappt. Diese Vorschläge spiegeln laut Google echte Suchanfragen. Das ist dein kostenloser Nachweis, dass überhaupt jemand so sucht.
Drei Kniffe:
- Hänge Fragewörter davor: „wie“, „warum“, „was kostet“, „lohnt sich“.
- Geh das Alphabet durch: „Bewerbung Coaching a“, „Bewerbung Coaching b“.
- Öffne ein privates Fenster. Google bezieht deine früheren Suchen und deinen Standort mit ein, außerdem zeigt die Funktion nicht einfach die häufigsten Anfragen. Für dich ist das ein Stimmungsbild, keine Rangliste.
Scroll dann auf der Ergebnisseite nach unten. „Ähnliche Fragen“ und die verwandten Suchanfragen sind das zweite Gratis-Archiv.
Schritt 3: Ergebnisseite ansehen (30 Minuten)
Der wichtigste Schritt. Den überspringen die meisten. Such deine fünf besten Kandidaten und schau dir die ersten Treffer an. Nicht lesen. Einordnen.
- Was will der Suchende? Stehen dort Anleitungen, Shops, Vergleichsseiten, Definitionen? Das ist die Art Seite, die Google für diese Suche offenbar passend findet.
- Wer steht dort? Lauter große Marken und Zeitungen wären für mich ein Warnsignal. Foren, kleine Blogs oder alte Artikel sind eine Einladung.
- Was fehlt? Keine Zahlen, kein Beispiel, niemand aus dem DACH-Raum? Das ist dein Winkel.
Das schlägt jeden Schwierigkeits-Score, zumindest für deine ersten 20 Artikel. Das ist meine Meinung, gemessen habe ich es nicht.
Schritt 4: In Google Trends vergleichen (10 Minuten)
Liegen zwei Formulierungen gleichauf? Dann gib sie in Google Trends ein, bis zu fünf Begriffe passen in einen Vergleich. Stell das Land auf Deutschland und den Zeitraum auf fünf Jahre.
Lies das Ergebnis richtig. Die Skala von 0 bis 100 zeigt relatives Interesse, keine Suchenzahl. Selten gesuchte Begriffe landen bei null, obwohl sie jemand sucht. Trends beantwortet also: Welche Formulierung liegt vorn, was wächst, wann ist Saison? Unter „Verwandte Suchanfragen“ findest du außerdem Begriffe, die gerade mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Wann lohnt sich der Google Keyword Planner?
Wenn du eine grobe Größenordnung willst, nicht vorher. Der Planner steckt in Google Ads. Laut Hilfeseite musst du die Kontoeinrichtung abschließen und Zahlungsdaten hinterlegen, um an die Keyword-Ideen zu kommen.
Dann lässt du dir neue Keywords vorschlagen oder fragst das Suchvolumen für deine eigene Liste ab. Du bekommst Schätzungen pro Monat. Sie sind gerundet, enthalten nahe Varianten und werden laut Google bei kleinen Regionen ungenauer. Keywords mit sehr wenig Volumen können ganz fehlen.
Nimm die Zahl also als Größenordnung: Suchen das eher 50 oder eher 5.000 Leute? Für diese Frage reicht es. Ob ein Artikel 480 oder 720 Suchen bedient, ändert deine Entscheidung ohnehin nicht. Keine Lust, Zahlungsdaten einzugeben? Schritt 1 bis 4 tragen dich auch allein.
Wie entscheidest du, welches Keyword du nimmst?
Mit drei Fragen, die ich als eigene Faustregel vorschlage. Antworte jeweils mit Ja oder Nein.
- Sucht das jemand? Taucht die Formulierung in den Vorschlägen auf oder stehen Leute damit in deinem Postfach?
- Führt das zu mir? Hat, wer das sucht, ein Problem, das du lösen kannst?
- Kann ich etwas Besseres liefern? Hast du eine Erfahrung, Zahl oder Position, die den Treffern fehlt?
Dreimal Ja: Artikel. Zweimal Ja: Warteliste. Darunter: weg damit. Pro Thema eine Seite. Pro Seite ein Hauptbegriff. Verwandte Formulierungen kommen als Zwischenüberschriften rein. Du musst nicht jede Variante erwischen, Google schreibt selbst, seine Sprachsysteme kämen damit klar.
Ausgedachtes Beispiel: Eine Texterin arbeitet für Handwerksbetriebe. Sie wollte über „Conversion-Copywriting“ schreiben. In ihren Mails steht aber: „Unsere Website bringt keine Anfragen.“ Die Vorschläge liefern „Website Handwerker Anfragen“ und „Handwerker Website Texte Beispiele“. Auf der Ergebnisseite: Agentur-Angebote, kaum Anleitungen. Dreimal Ja. Ihr Artikel wird „Warum deine Handwerker-Website keine Anfragen bringt“. Das Wort Conversion darf drinbleiben. Im Titel hat es nichts verloren.
Was bringt die Search Console nach dem Veröffentlichen?
Sie ersetzt die Schätzung durch echte Daten für deine eigene Seite. Spätestens hier schlägt die Google Search Console jedes Tool, denn sie zeigt dir, bei welchen Suchanfragen du schon auftauchst, wie oft und auf welcher Position.
Schau nach ein paar Wochen in den Leistungsbericht. Du wirst Suchanfragen finden, an die du nie gedacht hast. Zwei Reaktionen, beide kostenlos:
- Position etwa 8 bis 20 und solide Impressionen (meine Spanne): Baue die Anfrage in den bestehenden Artikel ein, mit einem eigenen Abschnitt.
- Anfrage passt zum Artikel kaum, zeigt aber echtes Interesse: Das ist dein nächstes Thema.
So läuft Keyword-Recherche dauerhaft: erst raten, dann messen, dann nachschärfen.
Hilft KI bei der Keyword-Recherche?
Ja, beim Sortieren. Nicht beim Zählen. Gib ChatGPT oder Claude deine Liste aus Schritt 1 und lass sie nach Suchabsicht gruppieren oder Formulierungen ergänzen, die dir fehlen. Prüf jede Idee danach in den Suchvorschlägen.
Frag KI nicht nach Suchvolumen. Ich würde keiner Zahl trauen, die ein Chatbot ohne Quelle nennt. Wer eine KI fragt, tippt außerdem eher ganze Sätze als Stichworte, so meine Einschätzung. Deine gesammelte Kundensprache hilft also doppelt. Ob dich die KI bei solchen Fragen nennt, testest du mit KI-Sichtbarkeit prüfen.
Was kannst du heute tun?
- Leg eine Tabelle an: Formulierung, Quelle, Suchabsicht, dreimal Ja oder Nein.
- Trag zehn Sätze aus echten Kundenmails ein.
- Prüf jeden in den Google-Vorschlägen im privaten Fenster, ergänze neue Varianten.
- Sieh dir für die besten fünf die Ergebnisseite an. Notier, was dort fehlt.
- Vergleich Zweifelsfälle in Google Trends.
- Wähl das Thema mit dreimal Ja und schreib den Artikel, bevor du weiterrecherchierst.
Mein Take
Ich halte Keyword-Tools für gute Werkzeuge und für die beliebteste Form der Prokrastination. Wer drei Stunden Volumen vergleicht, hat das Gefühl zu arbeiten. Geschrieben ist dann immer noch nichts.
Meine Position: Solange du unter 30 Artikeln hast, ist deine Kundensprache mehr wert als jede Datenbank. Eine Datenbank schätzt, was ein ganzer Markt sucht. Dein Postfach zeigt, was deine Kunden nachts umtreibt. Bezahl für ein Tool, wenn dir die Search Console zu wenig zeigt. Vorher nicht.
Häufige Fragen
Wie viele Keywords brauche ich pro Artikel?
Einen Hauptbegriff plus zwei bis drei verwandte Formulierungen. Das ist meine Faustregel, keine Vorgabe von Google. Der Rest ergibt sich beim Schreiben, wenn du die Frage sauber beantwortest.
Wann lohnt sich ein bezahltes SEO-Tool?
Sobald du regelmäßig veröffentlichst und Konkurrenten analysieren willst, etwa deren Backlinks oder rankende Seiten. Dafür ist der Handweg zu mühsam. Für die Themenwahl am Anfang brauchst du es nicht.
Ist ein Keyword mit null Suchvolumen wertlos?
Nein. Tools schätzen. Bei seltenen Begriffen liegen sie oft daneben. Passt die Anfrage zu deinem Angebot und kommt sie aus echten Gesprächen, schreib den Artikel. Große Besucherzahlen erwarte dann aber nicht.
Funktioniert das auch auf Englisch oder für Österreich und die Schweiz?
Ja. Stell das Land in Trends entsprechend ein und achte auf regionale Wörter. Auch die Suchvorschläge berücksichtigen Sprache und Standort. Frag im Zweifel einen Kunden aus der Region, wie er es sagen würde.