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Interne Verlinkung: Das einfache System für kleine Websites
Interne Verlinkung ohne Plugin: wie du Startseite, Angebotsseite und Artikel so verbindest, dass Google versteht und Leser bei deinem Angebot landen.
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Content-Diagnose
Der Selbst-Check zeigt dir, woran es liegt, wenn dein Content keine Anfragen bringt.
Interne Verlinkung geht auf den meisten kleinen Websites an der falschen Stelle schief. Die Artikel zeigen aufeinander, aber kaum einer zeigt auf die Seite, die Geld bringt: dein Angebot. Und neue Artikel bekommen nie einen Link aus den alten.
Das sind aus meiner Sicht die zwei teuersten Fehler. Beide sind schnell behoben.
Interne Verlinkung heißt: Die Seiten deiner Website zeigen per Link aufeinander. Für eine Website mit weniger als 100 Seiten brauchst du dafür kein Plugin. Du brauchst eine Hauptseite pro Thema, Links von deinen Artikeln zum Angebot, mindestens zwei Links in jede Richtung und eine simple Liste, in der steht, was wohin zeigt.
Hier kommt das System dafür. Kein Pyramiden-Modell für Konzerne, sondern etwas, das du nach Feierabend durchziehst.
Was ist interne Verlinkung?
Interne Verlinkung bedeutet, dass Seiten deiner Website per Link auf andere Seiten derselben Website zeigen. Google findet über diese Links neue Seiten und liest daraus, worum es geht und was dir wichtig ist. Leser finden so den nächsten passenden Text und am Ende dein Angebot. Menü und Fußzeile zählen dazu, der Hebel liegt aus meiner Sicht im Fließtext.
Der Gegensatz dazu sind Backlinks. Die kommen von fremden Seiten. Darauf hast du wenig Einfluss.
Interne Links gehören dir. Du setzt sie, wann du willst, ohne jemanden zu fragen.
Warum sind interne Links für deine Website so wichtig?
Weil Google sonst raten muss. Links erledigen drei Jobs: Sie führen Google zu neuen Seiten, sie erklären das Thema und sie zeigen, was du für wichtig hältst.
- Finden: Laut Google werden Seiten entdeckt, wenn der Crawler einem Link von einer bekannten Seite zu einer neuen folgt. Googles eigenes Beispiel ist eine Kategorieseite, die auf einen neuen Blogartikel zeigt.
- Verstehen: Der Linktext sagt Lesern und Google, was hinter dem Link wartet.
- Gewichten: John Mueller von Google hat 2021 sinngemäß gesagt: Wichtigkeit innerhalb deiner Website zeigst du über interne Verlinkung.
Reicht nicht die Sitemap? Nein. Sie hilft beim Finden, mehr nicht. Google schreibt selbst: Eine Sitemap garantiert weder Crawling noch Indexierung. Sauber verlinkte Seiten findet Google meist auch ohne sie.
Eine Zahl zur Einordnung: Zyppy hat 23 Millionen interne Links auf 1.800 Websites ausgewertet. URLs mit 0 bis 4 internen Links kamen im Schnitt auf rund 2 Klicks aus der Google-Suche, URLs mit 40 bis 44 Links auf etwa das Vierfache. Ab etwa 45 bis 50 Links dreht sich der Trend wieder um.
Bitte lies das richtig. Das ist eine Korrelation. Der Autor nennt die Ergebnisse selbst eine Richtung, keine Tatsache. Bei kleinen Seiten ist der Effekt weniger klar.
Für dich heißt das nur: Eine Seite, die fast nichts bekommt, hat es schwerer.
Wie viele interne Links braucht ein Artikel?
Eine Zauberzahl gibt es nicht, das sagt Google wörtlich. Googles Untergrenze ist klar: Jede Seite, die dir wichtig ist, braucht mindestens einen Link von einer anderen Seite deiner Website.
Meine Faustregel für einen Artikel mit 1.500 Wörtern: zwei bis vier Links raus, zwei Links rein. Das ist keine Google-Vorgabe. Es ist die Menge, die du als Selbstständiger dauerhaft schaffst.
Wenn ein Link nur dasteht, weil die Zahl voll werden soll, nimm ihn raus. Der Test: Würdest du einem Kunden im Gespräch genau an dieser Stelle sagen „dazu habe ich was geschrieben“? Wenn ja, setz ihn.
Wie baust du Themen mit Hauptseite und Unterartikeln auf?
Mach pro Thema eine Hauptseite zum Zentrum. Jeder Unterartikel zeigt nach oben auf die Hauptseite, die Hauptseite zeigt nach unten auf jeden Unterartikel. Dazu kommen Querlinks zwischen Unterartikeln, wenn sie inhaltlich aneinander hängen.
Ausgedachtes Beispiel: Eine Karriere-Coachin hat die Hauptseite „Gehaltsverhandlung“. Darunter hängen drei Artikel: Gehaltsgespräch nach der Elternzeit, Umgang mit einem Gegenangebot, Gehaltsband herausfinden. Jeder der drei verlinkt die Hauptseite, die Hauptseite verlinkt alle drei.
Der Artikel zur Elternzeit zeigt zusätzlich auf den zum Gehaltsband, weil diese Frage dort als Nächstes kommt.
So sieht auch Google, was zusammengehört. Wie das als Gesamtplan aussieht, steht in meinem Überblick zu SEO für Selbstständige.
Und die Startseite? Verlinke von dort deine zwei oder drei wichtigsten Hauptseiten. Mueller hat 2022 erklärt, dass es nicht um Schrägstriche in der URL geht, sondern darum, wie schnell man eine Seite von der Startseite aus erreicht. Heißt für mich: Was dir Geld bringt, liegt nah an der Startseite.
Wie führen interne Links zu Anfragen?
Über einen klaren Weg von jedem passenden Artikel zu deinem Angebot. Bei Beratern und Coaches ist die Angebotsseite die wichtigste Seite der Website. Sie sollte intern mehr Links bekommen als jeder einzelne Artikel.
Erinnere dich an das Gewichten von oben: Was oft und von passenden Stellen verlinkt ist, hält Google für wichtig. Leser übrigens auch. Wer drei Artikel liest und nie einen Hinweis auf dein Angebot findet, fragt nicht an. Er liest den vierten.
Drei Wege, die fast jede kleine Website braucht (meine Faustregel, keine Google-Vorgabe):
- Artikel zum Angebot: Jeder Artikel, der ein Problem beschreibt, das du löst, verlinkt einmal im Fließtext auf die passende Angebotsseite. An der Stelle, an der der Leser merkt, dass er Hilfe brauchen könnte. Kein Banner, ein normaler Satz.
- Angebot zu Artikeln: Die Angebotsseite zeigt auf zwei oder drei Artikel, die typische Einwände beantworten. Zum Beispiel Kosten, Ablauf oder Ergebnisse.
- Start und Über mich zum Angebot: Beide Seiten führen sichtbar zum Angebot und von dort zum Kontakt oder Erstgespräch.
Ausgedachtes Beispiel: Die Karriere-Coachin von oben schreibt im Artikel zum Gegenangebot nach dem Abschnitt über die Verhandlung einen Satz: „Wer das nicht allein durchziehen will, bekommt Unterstützung in meinem Verhandlungscoaching.“ Der Link liegt auf „Verhandlungscoaching“ und führt zur Angebotsseite. Mehr braucht es nicht.
Ein schneller Test: Zähl in deiner Linkliste, wie viele Seiten auf dein Angebot zeigen. Bekommt dein meistverlinkter Artikel mehr Links als dein Angebot, stimmt die Gewichtung nicht.
Wie kommen neue Artikel in alte Artikel?
Mit der Zwei-Wege-Regel, so nenne ich das: Kein Artikel ist fertig, bevor er zwei Links aus älteren Artikeln bekommen hat. Das Schreiben ist nur die erste Hälfte. Ohne diesen zweiten Weg steht dein neuer Artikel erst mal allein da.
Der Ablauf dauert nach meiner Schätzung rund 15 Minuten pro Artikel.
Zwei bis vier Links raus
Beim Schreiben auf passende ältere Artikel verlinken.
Stellen suchen
Ältere Artikel finden, die das Thema schon anreißen.
Zwei Links rein
Nach dem Livegang in zwei ältere Artikel je einen Link setzen.
Liste pflegen
Zeile in der Linkliste ergänzen.
Name und Ablauf sind von mir, keine Google-Vorgabe.
Die Suche mit site: ist dein kostenloses Werkzeug. Tipp in Google site:deinedomain.de Gehaltsband ein, dann zeigt dir Google passende Seiten deiner Domain.
Vollständig ist das nicht, laut Google liefert der Befehl nicht unbedingt alle indexierten Adressen. Für zwei passende Stellen reicht es trotzdem.
Eine Falle bei vorgeplanten Artikeln: Der Rücklink darf erst rein, wenn der neue Artikel live ist. Sonst läuft er ins Leere. Trag dir den Termin direkt in den Kalender ein.
Die Linkliste ist eine Tabelle mit drei Spalten: Artikel, zeigt auf, bekommt von. Mehr nicht. Du siehst dann auf einen Blick, welche Zeile in der dritten Spalte leer ist.
Wie schreibst du gute Ankertexte?
Ein guter Ankertext sagt, was hinter dem Link wartet. Google nennt drei Kriterien: beschreibend, einigermaßen knapp und passend zu beiden Seiten.
Der Test ist simpel: Lies nur den Linktext ohne den Rest vom Satz. Ergibt er allein Sinn?
„Hier klicken“ fällt durch, „Mehr lesen“ auch. Beide nennt Google als schlechte Beispiele.
Schwach
- Hier klicken
- Mehr lesen
- Keyword an Keyword gestopft
Gut
- Sagt, was hinter dem Link wartet
- Ergibt allein gelesen Sinn
- Steht in einem normalen Satz
Die Gegenrichtung ist genauso falsch. Jedes Keyword in den Linktext zu stopfen wertet Google als Verstoß gegen seine Spam-Richtlinien. Die Wörter vor und nach dem Link zählen ohnehin mit, also schreib einen normalen Satz.
Soll der Ankertext dem Keyword exakt entsprechen? Bei Zyppy hatten Seiten mit mindestens einem exakt passenden Anker mindestens fünfmal so viel Traffic. Auch das ist Korrelation, vermutlich sind diese Seiten insgesamt sauberer auf ein Thema ausgerichtet. Viele verschiedene Anker hingen ebenfalls mit mehr Klicks zusammen, wobei die Seite in einem Nachtrag vor zu viel Vielfalt warnt, ohne Daten zu zeigen.
Mein Rat: Nimm das Keyword, wenn es in den Satz passt. Sonst eine natürliche Variante. Welche Begriffe das sind, klärst du vorher bei der Keyword-Recherche.
Wie findest du verwaiste Seiten?
Eine verwaiste Seite ist eine Seite, auf die kein interner Link zeigt. Bei einer kleinen Website findest du sie in deiner Linkliste: leere Zeile in der Spalte „bekommt von“. Ohne Liste hilft der Links-Bericht der Search Console.
Dort siehst du, welche deiner Seiten intern am häufigsten verlinkt sind. Ein Klick auf eine Seite zeigt, von wo die Links kommen. Interessant ist das untere Ende der Liste. Vorausgesetzt, die Search Console läuft, sonst zuerst die Search Console einrichten.
Eine Einschränkung: Laut Google ist der Bericht eine Stichprobe, keine vollständige Liste. Fehlt eine Seite dort, heißt das noch nicht, dass sie verwaist ist. Prüf es von Hand.
Bonus: Ändere keine Adressen ohne Weiterleitung. Jeder interne Link auf die alte Adresse führt sonst auf eine Fehlerseite. Ahrefs zeigt im Leitfaden zu internen Links ein Beispiel mit einer 404-Seite, die noch 37 interne Links bekam.
Soll KI oder ein Plugin die Links setzen?
Vorschlagen ja, entscheiden nein. Ein automatisches Tool sieht Wörter. Du siehst, was der Leser an dieser Stelle gerade braucht.
KI hilft bei der Suche nach Stellen. Gib ihr deine Linkliste mit Titeln plus den neuen Artikel und frag: Welche drei älteren Artikel passen? Nach welchem Satz würde der Link dort Sinn ergeben? Dann prüfst du selbst, setzt den Link und schreibst den Satz so, dass er nach dir klingt.
Was kannst du heute tun?
- Liste bauen, rund 30 Minuten (meine Schätzung): Alle Seiten und Artikel in eine Tabelle, dazu die Spalten „zeigt auf“ und „bekommt von“.
- Leere Zeilen füllen: Jeder Artikel mit null eingehenden Links bekommt heute einen Link von einem passenden älteren Artikel.
- Angebot anbinden: Such dir drei Artikel, die ein Problem beschreiben, das du löst. Setz in jedem einen Link im Fließtext auf deine Angebotsseite.
- Hauptseiten festlegen: Pro Thema eine. Prüf, ob alle Unterartikel darauf zeigen und ob sie zurückzeigt.
- Linktexte aufräumen: Such in deinen fünf meistgelesenen Artikeln nach „hier“ und „mehr lesen“ und ersetz die Linktexte.
- Regel festschreiben: Trag in deinen Redaktionsablauf einen Punkt ein: zwei Rücklinks nach dem Livegang. Erst dann ist der Artikel fertig.
Mein Take
Meine Meinung: Ein Rücklink in einem alten Artikel bringt dir oft mehr als der nächste neue Artikel, den niemand findet. Trotzdem schreiben fast alle lieber neu. Neu fühlt sich nach Arbeit an, Pflege nach Aufräumen.
Bei mehr als einer Handvoll Artikel ist die Liste kein Bürokram, sondern deine Karte. Ohne sie verlinkst du aus dem Gedächtnis. Und das kennt nur die letzten fünf Texte.
Der wichtigste interne Link auf deiner Website ist trotzdem nicht der zwischen zwei Artikeln. Es ist der zu deinem Angebot. Wer den vergisst, baut ein ordentliches Archiv, aber keinen Weg zum Auftrag.
Und sei ehrlich zu dir: Interne Links rücken gute Inhalte ins Licht. Einen schwachen Artikel retten sie nicht.
Häufige Fragen
Wie viele interne Links pro Artikel sind sinnvoll?
Google nennt keine ideale Zahl. Als Faustregel würde ich bei 1.500 Wörtern zwei bis vier Links nach außen auf eigene Artikel setzen. Wichtiger ist, dass jede Seite mindestens einen eingehenden Link hat.
Sollte jeder Artikel auf meine Angebotsseite verlinken?
Nein, nur die, die ein Problem beschreiben, das du löst. Ein Artikel über ein Randthema braucht keinen Link aufs Angebot. Erzwungene Links wirken wie Werbung, Leser überspringen sie.
Ersetzt die Sitemap die interne Verlinkung?
Nein. Die Sitemap meldet Google Adressen, garantiert aber weder Crawling noch Indexierung. Wie deine Inhalte zusammenhängen, zeigt sie nicht.
Sollte ich interne Links auf nofollow setzen?
Nein. Google empfiehlt nofollow nur für Quellen, denen du nicht vertraust. Das trifft auf deine eigenen Seiten nicht zu.
Zählen Links im Menü und in der Fußzeile?
Ja, das sind auch interne Links. Sie sind aber auf jeder Seite gleich und liefern immer denselben Text. Zu groß sollte das Menü nicht werden: Laut einer Mitschrift von Lumar kann eine sehr große Navigation Google die Hierarchie der Website verschleiern.